HERRZLICH WILLKOMMEN

Wir sind eine kleine katholische Ordensgemeinschaft, die auf der Halbinsel südlich Hamburgs an diesem Ort der Stille und der Einkehr sich niedergelassen hat, zugehörig dem kontemplativen Teresianischen Reformorden.

Unsere neue Lebensform hier ist wie eine Antwort auf die Frage nach einem Weg der Karmel der Zukunft, wie wir die Herausforderungen der Zeichen der Zeit in Kirche und Welt und auf die religiösen und menschlichen Sehnsüchte der Menschen von heute reagieren sollen.

Unsere Gebetszeiten - Chorgebet und Inneres Beten sind offen für alle. Außerdem bieten wir den Suchenden die Möglichkeit für einen kurzen Aufenthalt in der Stille und Besinnung in dem Gästehaus und Gästewohnungen.

Montag, 22. Dezember 2014

IMPULS: Wege, um Weihnachten zu finden

In den biblischen Weihnachtsgeschichten ist alles in Bewegung. Maria, Josef, die Hirten, die Sterndeuter: Alle sind unterwegs. Die Wege sind verschieden. Sie haben ihre eigenen Zeichen: einen Engel, einen Stern. Sie haben ihre eigene Bedrohung: die Abweisung der Herbergsuchenden, die Nachtschrecken der Hirten, eine Falle für die Sterndeuter. Aber alle Wege haben dieselbe Verheißung: Sie führen alle zum Kind, genannt Jeschua, Gott rettet. Oder auch: Immanuel, Gott mit uns.  

Ich denke, es gibt eine Möglichkeit, wie man einen Weg nach Betlehem gehen kann: einen ganz gewöhnlichen Weg, einen Eselsweg. Die Tage vor Weihnachten haben nicht nur ihren Zauber. Sie bringen auch eine Fälle von Verpflichtungen. Viel Abweisung gibt es in dieser Alltäglichkeit. Das menschliche Herz bietet nicht viel Platz. Oft wirst du nicht aufgenommen. Größer als unser Herz ist Gott.

Der Weg der Hirten und Sterndeuter ist anders. Der Weg der Hirten ist voller Nachtschrecken und unvorherzusehendem Aufbruch, auch voller Verheißung und Frieden zugleich. Die Sterndeuter aber - ach diese Sterndeuter. Sicher, es sind Gottsucher, Nachdenkliche voller Beharrlichkeit. Aber sie machen so viele Umwege. Es sind typische Intellektuelle, die nie einer Diskussion aus dem Weg gehen können. Darum kommen sie so schlecht voran. Bis sie dann doch ihrer ursprünglichen Vision treu bleiben. 

Welchen Weg werde ich zu Weihnachten gehen? Das ist die Frage. Einen alltäglichen Weg? Einen Weg des Friedens durch die Schrecken der Nacht? Einen fragenden Weg? Das sind die Fragen. 

Denn die Antwort wurde uns schon im Voraus gegeben: Nicht unser Weg ist so wichtig. Weihnachten ist nicht das Geheimnis der Wege des Menschen zu Gott, sondern das Geheimnis von Gottes Weg zu uns. "Gott mit uns", nicht: "Wir mit Gott", ist der Name des Kindes. Das ist die eigentliche Bewegung von Weihnachten: Das Wort, das ewige, ist Fleisch geworden. Es ist zu uns gekommen. Es hat unter uns gewohnt.  

Joop Roeland,