HERRZLICH WILLKOMMEN

Wir sind eine kleine katholische Ordensgemeinschaft, die auf der Halbinsel südlich Hamburgs an diesem Ort der Stille und der Einkehr sich niedergelassen hat, zugehörig dem kontemplativen Teresianischen Reformorden.

Unsere neue Lebensform hier ist wie eine Antwort auf die Frage nach einem Weg der Karmel der Zukunft, wie wir die Herausforderungen der Zeichen der Zeit in Kirche und Welt und auf die religiösen und menschlichen Sehnsüchte der Menschen von heute reagieren sollen.

Unsere Gebetszeiten - Chorgebet und Inneres Beten sind offen für alle. Außerdem bieten wir den Suchenden die Möglichkeit für einen kurzen Aufenthalt in der Stille und Besinnung in dem Gästehaus und Gästewohnungen.

Sonntag, 16. September 2018

Aktuelles


Ausschau halten nach Gott in der Großstadt? Wo können wir Ihn finden?
Zwei unserer Schwestern begegneten Ihm bei „Brot und Rosen“, konkret: In einem kleinen Haus der „Catholic - Wörker- Bewegung“, einer diakonischen Basisgemeinschaft. Dort war ein ökumenisches Ordenstreffen unserer Stadt
(Fabriciusstr. 56, 22177) Diese kleine Gemeinschaft lebt und arbeitet mit der Erfahrung:
- Christus ist  immer bei uns,
- Er bittet immer um Raum in unseren Herzen
- Er spricht mit der Stimme unserer Zeitgenossen,
- Er schaut und staunt mit den Augen der
- Verkäufer, 
- der in Reinigungsdiensten aller Art Arbeiteten, 
- der Armen und Obdachlosen.
- Die kleine Gemeinschaft von „Brot und Rosen“ ist eine betende Gemeinschaft, die wie Mystiker unserer Zeit reagieren: Mystische Menschen wurzeln an der Quelle des Lebens.( Vergleich Zitat in Anlehnung an Karl Rahner: „Je mystischer wir Christen sind, umso politischer werden wir sein“)
- Der spirituelle Lehrer und Schriftsteller Henri Nouwen  beschreibt das sehr anschaulich: „Mystische Menschen wurzeln an der Quelle des Lebens und sind deshalb fähig, flexibel zu bleiben, ohne alles beliebig zu relativieren; einen festen Standpunkt zu vertreten, ohne starr zu  sein, wirkliche Zeugen zu werden, ohne die andern zu bedrängen und zu manipulieren. 
-  
- Wir Schwestern waren von der Begegnung sehr beeindruckt.


Bildergebnis für brot und rosen hamburg


Immer wieder kommen Menschen zu uns mit der Frage, wie man  im Geist des Karmel betet.

Wir verweisen Sie  auf das Heft  von Pater Reinhard Körner  :

file:///C:/Users/Karmelzelle%20Hamburg/Downloads/KARMELimpulse_Heft%204_2017%20(1).pdf

Bildergebnis für cau nguyen


Das Geräusch der Grille von Frederik Hermann


Bildergebnis für stille



Eines Tages verließ ein Indianer die Reservation und besuchte einen weißen Mann, mit dem er befreundet war. In einer großen Stadt zu sein - mit all dem Lärm, den Autos und den vielen Menschen, die es alle so sehr eilig haben, war neuartig und recht verwirrend für den Indianer.

Der rote und der weiße Mann gingen die Straße entlang, als plötzlich der Indianer seinem Freund auf die Schulter tippte und sagte: "Bleib doch einmal stehen. Hörst du auch, hörst du auch, was ich höre?"
Der weiße Mann antwortete: "Alles, was ich höre, ist das Hupen der Autos und das Rattern der Omnibusse. Und freilich auch die Stimmen und das Geräusch der Schritte vieler Menschen. Was ist es denn, was dir besonders aufgefallen ist?"

"Nichts von alledem, aber ganz in der Nähe höre ich eine Grille zirpen." Der weiße Mann horchte. Dann schüttelte er den Kopf. "Du musst dich täuschen, Freund", sagte er, "hier gibt es keine Grillen. Und selbst, wenn es hier irgendwo eine Grille gäbe, würde man doch ihr Zirpen bei dem Lärm nicht hören können."

Der Indianer ging ein paar Schritte. Vor einer Hauswand blieb er stehen. Wilder Wein rankte an der Mauer. Er schob die Blätter auseinander und da - sehr zum Erstaunen des weißen Mannes - saß tatsächlich eine Grille, die laut zirpte. Nun, da der weiße Mann die Grille sehen konnte, nahm er auch das Geräusch wahr, das sie von sich gab.

Als die beiden Männer weitergegangen waren, sagte der Weiße nach einer Weile: "Freilich hast du die Grille hören können. Dein Gehör ist besser geschult als meines. Indianer hören eben einfach besser als Weiße." Der Indianer lächelte, schüttelte den Kopf und erwiderte: " Du täuscht dich, mein Freund. Das Gehör eines Indianers ist nicht besser und nicht schlechter als das eines weißen Mannes. Pass auf, ich will es dir beweisen."

Er griff in die Tasche, holte ein 50-Cent-Stück heraus und warf es auf das Pflaster. Es klimperte auf dem Asphalt. Und die Leute, die mehrere Meter von dem weißen und dem roten Mann entfernt gingen, wurden auf das Geräusch aufmerksam und sahen sich um. Endlich hob einer von ihnen das Geldstück auf, steckte es ein und ging weiter.

"Siehst du", sagte der Indianer, "das Geräusch, das das 50-Cent-Stück gemacht hat, war nicht lauter als das der Grille, und doch hörten es viele der weißen Frauen und Männer und drehten sich um, während das Geräusch der Grille niemand hörte außer mir.

Es stimmt nicht, dass das Gehör der Indianer besser ist als das der weißen Männer. Der Grund liegt darin,... dass wir alle stets das gut hören können, worauf wir zu achten gewohnt sind."





Der Weg des Einfachen  von Bettine Reichelt


Ähnliches Foto

Der Weg zum Einfachen aber bleibt ein Weg des Muts. Zumeist hat man sich daran gewöhnt, für morgen und übermorgen zu planen – auch wenn man nicht wissen kann, was morgen sein wird. Ängste sind vertrauter als das Vertrauen.
Und ist unsere Umgebung nicht auch in vielerlei Hinsicht
beängstigend?
Hinzu kommt: Die Welt der Technik ist eine Welt, die Sicherheit verspricht. Auch wenn es eine Scheinsicherheit ist. Sicherheit, Absicherung möglichst bis ins Rentenalter hinein.

Viele Menschen haben sich daran gewöhnt. Wer aus diesem System herausfällt, manchmal von einem Tag auf den anderen, fällt in ein Loch.

Die alltägliche Unsicherheit und die Angst, zu viel zu verlieren, wenn sich das Leben verändert, machen viele Menschen unbeweglich. Im Umgang mit dem Risiko sind andere Kulturen flexibler als derzeit die europäische.
Die oben beschriebene schlichte Weisheit wird gerade in Krisenzeiten sehr bewusst erfahren: Real ist nur die Zeit, in der ich jetzt lebe. Nutzen kann ich diese Zeit, die jetzt ist. Angelus Silesius nennt es die „Anwesenheit im Nun“.
 Was war, ist vergangen und wird nur durch die sich wandelnde Erinnerung
immer wieder Teil des Lebens. Was kommt, kann ich zwar mit bestem Gewissen planen, aber nicht mit Sicherheit wissen. Zur Gestaltung bleibt mir dieser Augenblick. Jetzt.
Und auf dieses folgt das nächste Jetzt – bis es für mich kein  Jetzt mehr gibt.
Wann genau diese Grenze erreicht wird, weiß ich nicht. Sicher ist nur, dass ich sie erreichen werde, wie jeder Mensch dieser Erde. Und sicher ist, dass es keine Sicherheit dafür gibt, dass der letzte Tag nicht schon morgen ist. Das ist der Ernst des Realen, der mich täglich umgibt, der zugleich aber
auch jedem Leben einen besonderen Wert gibt. Alles, was ich erlebe, aufnehme, wahrnehme, ist einmalig. Und es wird vergehen.

 Es gehört mir nur auf Zeit. Und darum ist es in
besonderer Weise kostbar, egal ob das Gefühl, das ich damit
verbinde, unangenehm oder angenehm für mich ist: 
Wertvoll
ist dieser Augenblick in jedem Fall.

Bildergebnis für hon nhien con nit