HERRZLICH WILLKOMMEN

Wir sind eine kleine katholische Ordensgemeinschaft, die auf der Halbinsel südlich Hamburgs an diesem Ort der Stille und der Einkehr sich niedergelassen hat, zugehörig dem kontemplativen Teresianischen Reformorden.

Unsere neue Lebensform hier ist wie eine Antwort auf die Frage nach einem Weg der Karmel der Zukunft, wie wir die Herausforderungen der Zeichen der Zeit in Kirche und Welt und auf die religiösen und menschlichen Sehnsüchte der Menschen von heute reagieren sollen.

Unsere Gebetszeiten - Chorgebet und Inneres Beten sind offen für alle. Außerdem bieten wir den Suchenden die Möglichkeit für einen kurzen Aufenthalt in der Stille und Besinnung in dem Gästehaus und Gästewohnungen.

Montag, 16. Juli 2018

Aktuelles




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An diesem heutigen Hochfest Unsere Lieben Frau vom Berge Karmel sind wir in besondere Weise mit den Schwertern und Brüdern des Karmel und der vielen Menschen, die in der Welt im Geist des Ordens  leben, verbunden.

Wir wünschen Ihnen und uns allen den beständigen Schutz Marien.
 Möge auch in uns „ die Liebe zu ihr immer neu  wachsen und dass wir durch unser Gebet und Leben  in der Welt die Gegenwart dieser Frau des Schweigens und Betens ausstrahlen, die als Mutter der Barmherzigkeit und Mutter der Hoffnung und der Gnade angerufen wird" ( Papst Johannes Paul II )




Bildergebnis für eltern von therese

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Der heilige Louis Martin (geboren 1823) war Juwelier; die heilige Marie Zelie, (geboren 1831) stellte Alençonspitzen her. Die Ehe der beiden war mit neun Kindern gesegnet, von denen nur fünf überlebten, das jüngste war die heilige Thérèse von Lisieux.
Als vorbildliche christliche Eltern weckten sie in ihren Kindern den Eifer für die Missionen, Liebe zu den Armen und die Verehrung Marias. Nach dem Tod seiner Gattin 1877 zog Louis nach Lisieux, wo er den Abschied seiner Töchter ins Kloster erlebte und in den letzten Lebensjahren noch schwere Leiden durchmachen musste. Gestorben ist er 1894. Das Ehepaar wurde am 19. Oktober 2008 in Lisieux seliggesprochen und am 18. Oktober 2015 in Rom von Papst Franziskus heiliggesprochen.
Was bedeutet die Seligsprechung dieser Eheleuten?

 In einer Zeit, wo die Zahl der Scheidungen immer noch auf einem hohen Niveau  steht, ist das ein Anliegen der Kirche, das Beispiel dieses Ehepaares als  das Vorbild für die christliche Eltern vorzustellen .


„Ich habe das Glück, denselben unvergleichlichen Eltern anzugehören, die uns mit gleicher Sorge und Zärtlichkeit umgeben haben. Oh! möchten sie das Kleinste ihrer Kinder segnen und ihm helfen, die göttlichen Erbarmungen zu besingen!…“
„Wir setzten unseren Spaziergang noch lange fort, mein Herz, erleichtert durch die Güte, mit der mein unvergleichlicher Vater mein Geständnis aufgenommen hatte, ergoss sich sanft in das seine. Papa schien jene stille Freude zu genießen, die das vollbrachte Opfer schenkte, er sprach zu mir wie ein Heiliger. … Mein geliebter König vollzog, ohne es zu wissen, eine symbolische Handlung: Er ging zu einer … Mauer und zeigte mir kleine weiße Blumen, … er pflückte eine dieser Blumen, gab sie mir, indem er mir erklärte, mit welcher Sorgfalt der Liebe Gott sie habe entstehen lassen und bis zu diesem Tage behütet habe; wie ich ihn reden hörte, glaubte ich, meiner eigenen Geschichte zu lauschen, soviel Ähnlichkeit bestand zwischen dem, was Jesus für die kleine Blume und für die kleine Thérèse getan hatte. … Ich empfing dieses Blümchen wie eine Reliquie und ich bemerkte, dass Papa beim Pflücken alle seine Wurzeln mit ausgehoben hatte, ohne sie zu verletzen, es schien dazu bestimmt, in einem anderen fruchtbareren Boden weiterzuleben [im Karmel] als in dem zarten Moos, in dem seine ersten Morgen verflossen waren [zuhause in den Buissonnets]. Ganz dieselbe Tat hatte Papa soeben für mich vollbracht, als er mir die Erlaubnis gab, den Berg Karmel zu besteigen und das liebliche Tal zu verlassen, das Zeuge meiner ersten Schritte ins Leben gewesen ist.“
(Thérèse von Lisieux)


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Möge das Lebenszeugnis der 4 Lübecker Märtyrer, der evangelische Pastor Karl Friedrich Stellbrink und die katholischen Kapläne Hermann Lange, Eduard Müller und Johannes Prassek unter uns leuchten und zur Kraft quelle für viele Menschen werden können !

 

In der Gesinnung völliger Hingabe an Ihn“
Vikar Hermann Lange an Bischof Berning
Hamburg, den 10.11.1943

Ew. Exzellenz, mein lieber Vater!

Ich glaube wohl in diesen feierlichen Stunden, da ich an der Schwelle des Todes stehe, Sie mit dieser innigen Begrüßung anreden zu dürfen. Kommt mir doch gerade jetzt das schöne Verhältnis des Bischofs zu seinen Priestern zu Bewußtsein. Wie immer in dieser Zeit so erinnert es mich gerade jetzt an das Verhältnis zwischen Paulus und Thimotheus.

Meine Gedanken gehen in diesen letzten Lebensstunden, die mir noch geschenkt werden, zurück in jene schöne Zeit meines priesterlichen Wirkens, da ich mich mit meinen schwachen Kräften mitwirken durfte am Aufbau des Gottesreiches. Gewiß, manches in meinem Tun und Arbeiten war fehlerhaft – doch der gute Wille war ja da und das ist es ja, was allein vor Gott Geltung hat.

Wenn ich sie in diesen meinen letzten Lebensstunden grüße, dann geschieht es mit den Gesinnungen kindlicher Liebe und Ergebenheit. Gern hätte ich noch weiter gearbeitet unter Ihrer Leitung, doch unseren menschlichen Wünschen sind Grenzen gesetzt. Gottes Wille ist ja für uns oberstes Gesetz. Ganz mit ihm sich eins wissen, ist letzte und tiefste Befriedigung. In der Gesinnung völliger Hingabe an Ihn lege ich mein kurzes Leben in seine Hände zurück. „Leben ist mir Christus, Sterben Gewinn“! Er, der mir den Glauben geschenkt hat, gibt mir auch die Kraft, ruhig, stark und froh das Letzte und Schwerste zu überwinden. „Ich vermag alles in Dem, der mich stärkt.“ Immer noch hallt Ihr Wort „Victor, quia victima“ in mir nach und findet seine frohlockende Ergänzung im Pauluswort „Tod, wo ist dein Stachel, Tod, wo ist dein Sieg?“ – darf ich Sie bitten, meinen lieben Eltern ein aufrichtiges Wort der Tröstung zu schreiben, ich glaube, sie bedürfen seiner. An der Schwelle zur Ewigkeit grüße ich Sie im Geiste geistiger Sohnschaft in Christus.

In seiner Liebe empfehle ich mich Ihrem fürbittenden Gebet

Ihr ergebener Hermann Lange
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Ähnliches Foto.






Aus der Karmeltradition - Worte der hl. Edith Stein

Braut des hl. Geistes

Du milder Geist, der alles Gute schafft,
Du meiner Seele Frieden, Licht und Kraft,
Der Ew’gen Liebe Allgewalt,
O zeig’ Dich mir in sichtbarer Gestalt.

Da sich der Menschensohn am Jordan zeigte,
Sein göttlich Haupt in tiefster Demut neigte,
Da kamst Du, aller Reinheit Überfülle
In einer sanften Taube lichter Hülle.

Die Jünger hörten Dich im Sturmesbrausen,
Das Haus erbebt von dem gewalt’gen Sausen.
Auf ihrem Haupt zuckt’s auf wie Feuerzungen,
Da Deine Liebesglut ihr Herz bezwungen.

Doch schufst Du Dir ein treues Ebenbild:
Der Schöpfung reinste Blüte, göttlich-mild.
In einem Menschenantlitz himmlisch-klar
Wird Deines Lichtes Fülle offenbar.

Aus ihrem Auge strahlt der Liebe Glut
Und weht doch Kühlung wie von klarer Flut.
Ihr Lächeln ist der sel’gen Freude Schein,
Fließt balsamgleich in wunde Herzen ein.

An mütterlicher Hand führt sie gelind
Und dennoch stark in Deiner Kraft ihr Kind.
Wo ihre Füße wandeln, grünt und blüht die Flur,
Und Himmelsglanz umleuchtet die Natur.

Der Gnadenfülle lichte Herrlichkeit
Hat sie zum Thron erwählt von Ewigkeit
Und strömt durch sie herab ins Erdenland
Und jede Gabe kommt aus ihrer Hand.

Als Braut ist sie unlöslich Dir verbunden –
O milder Geist, ich habe Dich gefunden:
Du offenbarst mir Deiner Gottheit Licht
Hell-leuchtend in Marias Angesicht. 

Hl. Edith Stein


Ähnliches Foto


Stille füllen
 Cäcilia Kittel, Sei stille dem Herrn,


Wie kann ich eine Stille füllen?
Eine Stille füllen, heißt nicht irgendeine Tätigkeit suchen,
damit ich beschäftigt bin und die Stille nicht mehr spüre.
Stille füllen heißt nicht, ein Gespräch mit jemanden anfangen,
nur damit es nicht peinlich still wird.
Stille füllen heißt nicht, reden und reden,
möglichst viele Worte finden,
es heißt nicht, etwas Beliebiges heranzuziehen
oder herbei zurufen, das die Stille überdeckt.
Das alles würde eher bedeuten, einer Stille auszuweichen,
vielleicht sogar, eine Stille zu zerstören.

Wie aber kann ich eine Stille füllen?
Zuerst möchte ich die Stille als solche wahrnehmen,
ich möchte hinhorchen auf die Stille,
hineinhorchen in die Stille.
Ich kann dabei meinen Atem wahrnehmen,
wie er kommt und wie er geht,
ein gleichmäßiges Geschehen,
bei dem ich mich nicht anstrengen muss.

Ich darf einfach geschehen lassen,
dass der Atem von alleine kommt und geht
und wieder kommt und wieder geht.
Dieses gleichmäßige Geschehen stört die Stille nicht,
es gibt sich in die Stille hinein
und wird von der Stille getragen.
Mit meinem gleichmäßigen Atem in meinem
Persönlichen Rhythmus spüre ich,
wie mich mein Leben durchströmt,
das Leben, welches mir eines Tages geschenkt wurde
und welches mir jeden Tag, jede Stunde
und jeden Augenblick neu geschenkt wird.

Wenn ich so das Leben in mir wahrnehme,
bekomme ich eine Ahnung davon,
dass ich mit dem ewigen in Verbindung stehe,
dem ewigen Gott, der das Leben ist.
So darf ich vielleicht erspüren,
dass nicht ich die Stille fülle,
sondern dass die Stille gefüllt wird
und das die Stille zu einer erfüllten Stille wird.

Lassen wir uns jetzt ein auf die Begegnung mit Gott,
der unsere Stille füllen will
und der und durch und durch
mit göttlichen Leben erfüllen will.
Er kann nur zu uns kommen und uns erfüllen,
wenn wir uns öffnen für ihn,
wenn wir uns innerlich bereit machen
für die Begegnung mit ihm,
wenn wir unser Herz nicht verschließen,
sondern uns weiten für ihn.
Er ist schon da, lassen wir ihn in unser Herz eintreten.