HERRZLICH WILLKOMMEN

Wir sind eine kleine katholische Ordensgemeinschaft, die auf der Halbinsel südlich Hamburgs an diesem Ort der Stille und der Einkehr sich niedergelassen hat, zugehörig dem kontemplativen Teresianischen Reformorden.

Unsere neue Lebensform hier ist wie eine Antwort auf die Frage nach einem Weg der Karmel der Zukunft, wie wir die Herausforderungen der Zeichen der Zeit in Kirche und Welt und auf die religiösen und menschlichen Sehnsüchte der Menschen von heute reagieren sollen.

Unsere Gebetszeiten - Chorgebet und Inneres Beten sind offen für alle. Außerdem bieten wir den Suchenden die Möglichkeit für einen kurzen Aufenthalt in der Stille und Besinnung in dem Gästehaus und Gästewohnungen.

Montag, 1. April 2019

Aktuelles







Wir sind aufgebrochen in die Fastenzeit. Wir wissen aus der Schrift, welches Fasten  Gott liebt:

* Die Fesseln des Unrechts lösen--------------welches Unrecht?
* die Stricke des Jochs entfernen ---            -welche Lasten?
* die Versklavten freilassen -------           --- -wer sind die Unterdrückten?
* an die Hungrigen Brot austeilen --            -wo begegnen mir hungrige Menschen jeglicher Art?
* Obdachlose ins Haus aufnehmen--------    wer bittet mich um Asyl?

Die Grundintention des Fastens: Es geht um Gott, der Leben ist und Leben bewirkt, um Gott, der aus allen  Anhänglichkeiten herausführt, , es geht um das Reich Gottes, in dem wir alle Brüder und Schwestern sind. So steht Fasten in einem nahen Verhältnis zur „Wüste“, in der wir aus äußerlich extrem reduzierten Möglichkeiten das Leben Gottes erfahren

                                      Der Weg (dorthin) entsteht im Gehen. (M .Buber)

Das Motiv des Weges hält dazu an, dass sich jeder Glaubende um eine eigene, eigenständige und unmittelbare Beziehung zu Gott bemüht. So wird die Geschichte meines Glaubens die Geschichte eines einmaligen  Weges .Die Aufmerksamkeit auf dem Weg erzieht zum Leben in der Gegenwart, zu einer Offenheit für stets neue und wachsende Erfahrungen.

WANDLUNG heißt  das entscheidende Stichwort. Das Gehen des neuen Weges schenkt Freude an Gott und neue Kraft, dem Bösen zu widerstehen und macht frei, um die Gnade Gottes zu erfahren, die zu neuem Leben führt. -----Ostern entgegen.

                                      Alles ist Gnade (Heilige l Thérèse)


Bildergebnis für Mit Edith Stein durch die Fastenzeit


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Papst Franziskus bei der Generalaudienz

Die Fastenbotschaft 2019 von Papst Franziskus
»Die Schöpfung wartet sehnsüchtig auf das Offenbarwerden der Söhne Gottes« (Röm 8,19)


Liebe Brüder und Schwestern,

jedes Jahr schenkt Gott durch die Mutter Kirche seinen »Gläubigen die Gnade, das Osterfest in der Freude des Heiligen Geistes zu erwarten«. Er ruft uns »zur Feier der Geheimnisse, die in uns die Gnade der Kindschaft erneuern«, und führt uns »mit geläutertem Herzen […] zur Fülle des Lebens durch unseren Herrn Jesus Christus« (Präfation für die Fastenzeit I). Auf diese Weise können wir von einem Osterfest zum nächsten der Vollendung der Erlösung entgegengehen, die wir bereits durch das Paschamysterium Christi empfangen haben: »Denn auf Hoffnung hin sind wir gerettet« (Röm 8,24). Dieses Heilsgeheimnis, das in uns schon im irdischen Leben am Werk ist, ist ein dynamischer Prozess, der auch die Geschichte und die gesamte Schöpfung umfasst. Der heilige Paulus sagt sogar: »Die Schöpfung wartet sehnsüchtig auf das Offenbarwerden der Söhne Gottes« (Röm 8,19). Vor diesem Hintergrund möchte ich ein paar Anstöße zum Nachdenken geben, die unseren Weg der Umkehr während der nächsten Fastenzeit begleiten sollen.

1. Die Erlösung der Schöpfung
Als Höhepunkt des Kirchenjahres ruft uns die Feier des Ostertriduums vom Leiden, vom Tod und von der Auferstehung Christi jedes Mal dazu auf, die Vorbereitung darauf in dem Bewusstsein zu leben, dass unsere Gleichgestaltung mit Christus (vgl. Röm 8,29) ein unermessliches Geschenk der Barmherzigkeit Gottes ist.

Wenn der Mensch als Kind Gottes, als erlöste Person lebt, die sich vom Heiligen Geist leiten lässt (vgl. Röm 8,14) und das Gesetz Gottes – angefangen bei dem Gesetz, das schon in sein Herz und in die Natur eingeschrieben ist – zu erkennen und in die Praxis umzusetzen weiß, dann wird er auch der Schöpfung Gutes tun und an ihrer Erlösung mitwirken. Darum ist es der sehnliche Wunsch der Schöpfung – so sagt Paulus –, dass Gottes Söhne und Töchter offenbar werden, das heißt, dass diejenigen, die bereits die Gnade des Paschamysteriums Jesu empfangen haben, dessen Früchte in ihrer Fülle leben. Sie sind nämlich dazu bestimmt, ihre vollkommene Reife in der Erlösung des menschlichen Leibes selbst zu erlangen. Wenn die Liebe Christi das Leben der Heiligen – Geist, Seele und Leib – verwandelt, dann lobpreisen sie Gott. In ihrem Gebet, in der Betrachtung und Kunst beziehen sie dabei auch die Geschöpfe mit ein, wie es der „Sonnengesang“ des Franz von Assisi (vgl. Enzyklika Laudato si’, 87) wunderbar zeigt. Doch in dieser Welt ist die durch die Erlösung geschaffene Harmonie noch immer und ständig von der negativen Kraft der Sünde und des Todes bedroht.

2. Die zerstörerische Kraft der Sünde
Wenn wir nicht als Söhne und Töchter Gottes leben, ist unser Verhalten unserem Nächsten und den anderen Geschöpfen – aber auch uns selbst – gegenüber oft zerstörerisch, da wir mehr oder weniger bewusst davon ausgehen, von allem nach unserem Belieben Gebrauch machen zu können. Dann gewinnt die Unmäßigkeit die Oberhand und führt zu einer Lebensweise, die jene Grenzen verletzt, die zu respektieren unser Menschsein und die Natur von uns verlangen. Wir geben den ungezügelten Wünschen nach, die im Buch der Weisheit den Ungläubigen zugeschrieben werden beziehungsweise denen, die weder Gott zum Bezugspunkt ihres Handelns nehmen noch eine Hoffnung für die Zukunft haben (vgl. 2,1-11). Wenn wir uns nicht ständig nach dem Osterfest ausrichten und die Auferstehung als Ziel vor Augen halten, dann ist klar, dass sich am Ende die Logik des Alles-und-sofort und des Immer-mehr-haben-Wollens durchsetzt.

Die Ursache von allem Bösen ist, wie wir wissen, die Sünde. Seit ihrem ersten Auftreten unter den Menschen hat sie die Gemeinschaft mit Gott, mit den anderen und mit der Schöpfung, der wir vor allem durch unseren Leib verbunden sind, unterbrochen. Durch den Bruch der Gemeinschaft mit Gott wurde auch die Harmonie des Menschen mit der ihm zugedachten Umwelt gestört, sodass der Garten zu einer Wüste wurde (vgl. Gen 3,17-18). Es handelt sich dabei um jene Sünde, die den Menschen dazu führt, sich für den Gott der Schöpfung zu halten, sich als ihr absoluter Herrscher zu fühlen und sie nicht zu dem von Gott bestimmten Zweck zu nutzen, sondern nur im eigenen Interesse und auf Kosten der Geschöpfe und der Mitmenschen.

Wenn das Gesetz Gottes, das Gesetz der Liebe, aufgegeben wird, setzt sich das Gesetz des Stärkeren gegen den Schwächeren durch. Die Sünde, die im Herzen des Menschen wohnt (vgl. Mk 7,20-23) – sie drückt sich in der Begierde, im Verlangen nach unmäßigem Wohlstand, in der Gleichgültigkeit gegenüber dem Wohl der anderen und häufig auch gegenüber dem eigenen Wohl aus –, führt zur Ausbeutung der Schöpfung, der Menschen und der Umwelt in einer unersättlichen Gier, für die jeder Wunsch zu einem Recht wird und die früher oder später auch den zerstören wird, der von ihr beherrscht wird.
Wortwolke aus Publikationstiteln


3. Die heilende Kraft von Reue und Vergebung
Daher ist es für die Schöpfung so dringend notwendig, dass die Söhne und Töchter Gottes, all jene, die „neue Schöpfung“ geworden sind, offenbar werden: »Wenn also jemand in Christus ist, dann ist er eine neue Schöpfung: Das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden« (2 Kor 5,17). Durch ihr Offenbarwerden kann nämlich auch die Schöpfung selbst „Ostern feiern“: sich dem neuen Himmel und der neuen Erde öffnen (vgl. Offb 21,1). Der Weg auf Ostern hin ruft uns eben dazu auf, unser christliches Angesicht und unser christliches Herz durch Reue, Umkehr und Vergebung zu erneuern, damit wir den ganzen Reichtum der Gnade des Paschamysteriums leben können.

Diese „Ungeduld“, diese Erwartung der Schöpfung wird erfüllt, wenn die Söhne und Töchter Gottes offenbar werden, das heißt, wenn die Christen und alle Menschen diese „Geburtswehen“ der Umkehr entschlossen auf sich nehmen. Die gesamte Schöpfung soll gemeinsam mit uns »von der Knechtschaft der Vergänglichkeit befreit werden zur Freiheit und Herrlichkeit der Kinder Gottes« (Röm 8,21). Die Fastenzeit ist sakramentales Zeichen dieser Umkehr. Sie ruft die Christen dazu auf, das Paschamysterium in ihrem persönlichen, familiären und gesellschaftlichen Leben stärker und konkreter Gestalt werden zu lassen, insbesondere durch das Fasten, Beten und Almosengeben.

Fasten bedeutet zu lernen, unsere Haltung gegenüber den anderen und den Geschöpfen zu ändern: von der Versuchung, alles zu „verschlingen“, um unsere Begierde zu befriedigen, hin zu der Fähigkeit, aus Liebe zu leiden, welche die Leere unseres Herzens füllen kann. Beten, damit wir auf die Idiolatrie und die Selbstgenügsamkeit unseres Ichs verzichten lernen und eingestehen, dass wir des Herrn und seiner Barmherzigkeit bedürfen. Almosen geben, damit wir die Torheit hinter uns lassen, nur für uns zu leben und alles für uns anzuhäufen in der Illusion, uns so eine Zukunft zu sichern, die uns nicht gehört. So finden wir die Freude an dem Plan wieder, den Gott der Schöpfung und unserem Herzen eingeprägt hat: ihn, unsere Brüder und Schwestern und die gesamte Welt zu lieben und in dieser Liebe das wahre Glück zu finden.

Liebe Brüder und Schwestern, die „Fastenzeit“ des Sohnes Gottes war ein Eintreten in die Wüste der Schöpfung, um sie wieder zu dem Garten der Gemeinschaft mit Gott werden zu lassen, der sie vor dem Sündenfall war (vgl. Mk 1,12-13; Jes 51,3). In unserer Fastenzeit wollen wir den gleichen Weg noch einmal gehen, um auch der Schöpfung die Hoffnung Christi zu bringen, dass sie »von der Knechtschaft der Vergänglichkeit befreit werden [soll] zur Freiheit und Herrlichkeit der Kinder Gottes« (Röm 8,21). Lassen wir diese günstige Zeit nicht nutzlos verstreichen! Bitten wir Gott um seine Hilfe, den Weg wahrer Umkehr einzuschlagen. Lassen wir den Egoismus, den auf uns selbst fixierten Blick hinter uns und wenden wir uns dem Ostern Jesu zu; unsere Brüder und Schwestern in Not sollen unsere Nächsten sein, mit denen wir unsere geistlichen und materiellen Güter teilen. So ziehen wir, wenn wir in unserem konkreten Leben den Sieg Christi über Sünde und Tod annehmen, seine verwandelnde Kraft auch auf die Schöpfung herab.

Aus dem Vatikan, am 4. Oktober 2018,

dem Fest des heiligen Franz von Assisi


GEISTLICHE GEDANKEN :


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Der Blick auf die Passion Jesu
 Manfred Scheuer



Mit dem Beginn der Karwoche rückt das Leiden und Sterben Jesu unmittelbar in den Blick. Ein Tor wird aufgetan. Die Heilige Woche beginnt, in deren Mitte der Schmerz des Karfreitags und die Leere des Karsamstags stehen werden. Aber die Passion Jesu kennt keine Zuschauer, keine reinen Beobachter, keine Konsumenten. Sie ist kein Theaterspiel mit einer Bühne vorne und dem Zuschauerraum hinten. Es zieht nicht ein Theaterstück an uns vorüber, nach dem wir dann sagen könnten, es sei schön, gelungen, ergreifend oder langweilig gewesen, die Rolle des einen war gut, die des anderen schlecht besetzt. Die Leidensgeschichte spielt sich nicht in einer Arena oder in einem Fußballstadion ab, wo es auf der einen Seite Akteure und Spieler gibt, auf den Rängen die Fans johlen und schreien. Die Passion Jesu ist keine Kinovorführung, die man nach ästhetischen oder kommerziellen Kriterien beurteilen könnte. Leiden und Sterben Jesu sind kein Gladiatorenkampf, Die Passion Jesu lässt uns nicht in der Distanz einer Touristenführung, sie lässt uns nicht unbeteiligte Zuschauer sein.

Die Passion Jesu kennt nur Beteiligte. Wir sind selber hineingenommen und mit hineingezogen als Leidende, Spötter, Verspottete, Schläger und Geschlagene, Verleugnende, Verräter und Verratene, ins Abseits Gedrängte, Schreier und Verstummte, Barmherzige und Kalte, Distanzierte und Nahe, Suchende, Glaubende und Gottlose, Angenagelte ... Ob wir wollen oder nicht: Wir sind Beteiligte, Mitakteure, Mitspieler.

Wir können uns in die unterschiedlichen Personen der Leidensgeschichte Jesu hineindenken und hineinfühlen. Der Kreuzweg Jesu ist auch in unser Leben eingraviert. Jede und jeder von uns hat eine Leidensbiographie, die Erinnerungen an schmerzliche Ereignisse im Leben, die immer noch wehtun. Das kann eine Krise von Menschen in den besten Jahren sein, denen das Selbstwertgefühl zwischen den Fingern zerbröselt. Im Alter von gut 50 bekommen manche zu hören: Du kommst uns zu teuer, wir können dich nicht mehr brauchen, du bist nicht mehr vermittelbar. Auch wenn viel für und mit Alten getan wird, so tut einfach sehr viel körperlich weh: Krankheit und Schmerzen. Psychisch nagt die Vereinsamung oder das Gefühl, nichts mehr wert zu sein. Andere machen die Erfahrung, eine Nummer im Spiel der Mächtigen zu sein, Schachfiguren in einem grausamen Spiel. Verantwortliche fühlen sich in unmenschliche Gesetzmäßigkeiten und Sachzwänge eingespannt. Jugendliche stehen unter Leistungsdruck, Konsumzwang und haben Angst vor der Zukunft. Die Not hat viele Gesichter, viele Hände, viele Geschichten. Im Hören der Leidensgeschichte können wir eigenes Leid, unendlichen Schmerz, Stunden der Trostlosigkeit, der abgrundtiefen Einsamkeit oder der Krankheit wiedererleben.

Die Passion Jesu bietet keine Erklärung für die Leidenden, die Worte Jesu am Kreuz zerschmettern jede gescheite Deutung, jede Geschichtsphilosophie, welche das Leid Einzelner in große Zusammenhänge einbindet. Es wird auch nicht gesagt, dass ab jetzt Leiden und Kreuz ein Ende haben und dass es ab übermorgen nur noch das Paradies gibt. Im Hören der Passion Jesu können wir einen Weggefährten für unser eigenes Leben finden. Im Mitgehen mit Jesus auf seinem Kreuzweg wird uns aber das ganz einfache Licht des Vertrauens geschenkt. Jesus bricht Resignation, Verbitterung und Verzweiflung im Leid auf und setzt das Leid in eine Beziehung zum Vater und zu allen Menschen.

Es wäre aber zu einfach, wenn wir auf dem Kreuzweg nur auf die Sympathie Jesu mit dem Licht sehen würden. Wir stehen auch auf der anderen Seite. Die Szenerie ist auch Gericht. Bei der Passion Jesu wird Gericht gehalten in einem mehrfachen Sinn. Wir sind nicht nur Opfer oder Ankläger und Richter, sondern auch Täter. Wir sind Täter in der Passion Jesu, wenn wir die Liebe zu kurz kommen lassen, wenn wir sie sprachlos machen, wenn wir auf dem Rücken anderer Menschen sitzen, wenn wir feige sind, uns heraushalten. Man kann durch Urteil oder Rufmord andere in den sozialen Tod schicken. Wir sollen uns in das Verhalten des Petrus, des Judas, der Soldaten, der Menge, der Schreier, des Pilatus hineindenken und hineinfühlen und eigene Anteile entdecken. Bequemlichkeit, Desinteresse, Gleichgültigkeit, ein Konsumdenken, das mit Menschen wie mit Waren umgeht, eine Beliebigkeit, die Treue und Wahrhaftigkeit verhöhnt, die Dumpfheit der Resignation, die sich verschließt und die Gott draußen sein lässt, bringen Gott zum Schweigen. Die Stimme Gottes im Evangelium wird als lästig empfunden, als schwärmerisch abgetan, auf die Seite geschoben. Das Kreuz Jesu ist Gericht über uns, es entlarvt viele unserer Worte als fromme Lügen, es lässt manches von unserem sozialen Tun in seiner Hohlheit zusammenbrechen.

Jesus blickt uns wie Petrus traurig an. In diesem Blick liegt aber auch das Verzeihen, das zum Gericht Jesu gehört. Jesus sagt am Kreuz gerade nicht: Jetzt reicht es mir, ich schicke alle Menschen zum Teufel. Im Kreuz ist Vergebung. Jesus hat am Kreuz allen vergeben. Die Liebe Jesu am Kreuz ist die letzte, jedes Nein, alle Verweigerung, alle Apathie, allen Hohn, alles Verurteilen, jeden Verrat, jede Untreue, jede Lüge und Gewalt umgreifende Bejahung. Jesus bringt die Vergebung und die Liebe in die letzte Spitze der Bosheit, in das Reich des Todes, in die Hölle hinein. Wenn wir uns von ihm wegdrehen und ihn zurücklassen, bewegen wir uns in eine Richtung, aus der er wieder von Angesicht zu Angesicht auf uns zukommt. Auch wenn wir ihm den Rücken zeigen, zeigt er uns sein Gesicht.

Die Liebe Gottes lässt sich abschieben, zudecken, ja sogar töten, aber gerade darin will sie zum Leben erwecken. Sie deckt das, was sie das Leben kostet, als Tod auf, als Tod der Selbstgerechtigkeit, der Gleichgültigkeit, des Egoismus, der Sünde. Das Sterben der Liebe, die alles schöngeistige, intellektuelle Reden, alle Neugierde zum Verstummen bringt, will das Leichenfeld unserer Lieblosigkeit zum Leben erwecken, will die Skelette mit Fleisch und Blut erfüllen und ein hörendes und sich verschenkendes Herz geben.